Kleine Nachhilfestunde für Christian Lindner

Auf den Verlust welchen „Wohlstands“ will der amtierende Bundesfinanzminister die deutsche Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vorbereiten? Hat er denn noch gar nicht gemerkt, wieviel Wohl-Stand uns allen bereits seit Jahrzehnten verloren gegangen ist – insbesondere durch die von ihm so vehement vertretene liberal-kapitalistische „Marktwirtschaft“?

Wohlstand bedeutet auch Vielfalt auf allen Ebenen
(Foto: Ellenberg´s Kartoffelvielfalt / Plantura Garden)

Eines stimmt: Unter dem zwanghaften Wirtschaftswachstumsdogma der letzten 70 Jahre ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stetig angewachsen (Statista 2022).

Wie in dem Märchen Des Kaisers neue Kleider ist den Menschen in all dieser Zeit vorgegaukelt worden, dass damit auch ihr „Wohlstand“ gestiegen sei – dabei meinte das nur, dass ihnen immer mehr Geld für immer mehr Konsumgüter aus der Tasche gezogen wurde, während gleichzeitig ein gigantischer Verarmungsprozess seinen Lauf genommen hat.

Denn der vermeintlich gewachsene Wohlstand war nur möglich auf Kosten eines stetig zunehmenden Un-Wohlstands weiter Teile der gesamten Erdbevölkerung und der Natur …

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Wirkmächtig für Nachhaltigkeit: die LebensMittelPunkte

Sie sind Punkte, an denen es um Lebensmittel geht, und Orte, an denen das Leben im Mittelpunkt steht – und nun sind sie auch fester Bestandteil der neuen Berliner Ernährungsstrategie: die LebensMittelPunkte (LMP).

LMP-Willkommen
Quelle: Berlin 21 (Wiebke Koch Graphic Recording)

Dabei muss die dringend anstehende Ernährungswende beileibe nicht „von oben herab“ verordnet werden, denn sie findet schon seit vielen Jahren statt – ein wundervolles Beispiel für demokratische „Bottom-up“-Prozesse (s. auch der Artikel „Vom Reden zum Machen“).

LMP-Berlinkarte
Quelle: Berlin 21 (Visual Facilitation: Wiebke Koch)

Foodsharing, Fair-Teiler-Netzwerke, „Culinary Misfits“, urbane Landwirtschaft und (auch interkulturelle) Nachbarschaftsgärten sowie unzählige weitere zivilgesellschaftliche Initiativen rücken die Themen Nachhaltiger Konsum und Nachhaltige Ernährung immer dichter an die Kieze und ihre Bewohner*innen heran; „Unverpackt“-Läden ermöglichen an immer mehr Stellen in den Städten das Einkaufen von Lebensmitteln ohne Plastikverpackungen.

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Transformation – Teil 2

(nicht nur zum Weltfrauentag)

(Fortsetzung von Teil 1)
… „TrAAansformatioOOn!!!“ Es war ein mächtiger Hilferuf, der da von der Erde ins Weltall gesandt wurde. Und er erreichte sein Ziel: das einzige Wesen, das den leuchtend blauen Planeten Erde noch würde retten können – die SuperWandelWoman.

Super-Miri_Transformation
(pixabay; Collage: M. Porr)

Sie unterstützt ja seit Anbeginn der Zeiten die Bewegungen und Veränderungen in den Weiten der Galaxien, winzig kleine wie den Flügelschlag eines Schmetterlings ebenso wie Sonnenstürme oder Supernovas. Deshalb machte sie sich natürlich auch jetzt unverzüglich auf den Weg.

Je näher sie der saphirblau im All schwebenden Kugel kam, desto lauter und deutlicher ließen sich aus dem vielstimmigen Chor von dort einzelne Rufe heraushören, angstvoll, empört, hoffnungsvoll, hoffnungslos, wütend, fordernd: „Work-Life-Balance!“ – „Die Digitalisierung der Arbeit macht flexibler!“ – „Nein, die Digitalisierung vernichtet menschliche Arbeitsplätze!“ – „Wir haben es satt!!!“ – „Die Armut nimmt weltweit zu!“ – „Die Gewalt nimmt zu!“ – „Der Rassismus nimmt zu!“ – „Das Artensterben nimmt zu!“ – „Diskriminierungen beenden!“ – „Wir brauchen eine gesellschaftliche Wertediskussion!“ – „Eine programmatische Erneuerung!!“ – „Eine struktuelle Erneuerung!!!“ – „Globalisierung!“ – „Regionalisierung!“ – „CO2-Ausstoß senken!“ – „Wir zerstören die Erde!!“ – „Gerechtigkeit!!!“ – „Ein gutes Leben für alle!!!“ – „…!“ …

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Starke Regionen und die Nachhaltigkeit

Leere kommunale Kassen in der größten Volkswirtschaft Europas?
„Denkt mal nach…haltig!“

Tatsächlich könnte das nachhaltigste Ergebnis der Sustainable Development Goals das persönliche Glücksgefühl gewesen sein, das am 25. September 2015 die 193 Staats- und RegierungslenkerInnen durchströmte, als mit einem Hammerschlag die einstimmige Annahme der Agenda 2030 mit den 17 SDG bestätigt wurde – eine so überwältigende Empfindung, dass sie sich gegenseitig in die Arme fielen und in Tränen ausbrachen.

Einer Umsetzung der Agenda in Deutschland und der EU stehen nämlich zum Teil diametral entgegengesetzte Interessen im Wege.

Wo die wilden Kerle spielen
Paolo Calleri: Wo die wilden Kerle spielen (27.09.2015)

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