Feministische Bildung: unbedingt nötig! Aber warum?

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung kann nicht vollständig erreicht werden, wenn die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nicht angegangen wird. (High Level Political Forum HLPF/Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen 2022)

Images by Gerd Altmann sowie by S. Hermann / F. Richter from Pixabay; Collage: M. Porr

Feminismus ist der „Oberbegriff für verschiedene Strömungen, die sich für die Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit aller Geschlechter, vor allem von Frauen, und gegen Sexismus einsetzen …“. So kann es im Duden und anderswo nachgelesen werden.

In diesem Sinne ist auch die Forderung nach einer feministischen Bildung für das Erreichen der SDG zu verstehen, die gerade erst wieder im Sommer auf dem UN-Nachhaltigkeitsgipfel 2022 in New York so nachdrücklich laut geworden ist – mit handfesten Argumenten auch von Seiten der deutschen Delegation für die fundamentale Bedeutung der Geschlechtergerechtigkeit und dafür, dass Frauen und Mädchen dringend für die gesellschaftliche Transformation in eine nachhaltige Zukunft gebraucht werden (s. auch „Nachhaltigkeit braucht Feminismus“ / Rat für Nachhaltige Entwicklung, 9.8.22).

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Lust statt Angst & Frust

Wozu braucht es so dringend uns Außerschulische Bildungsreferent*innen für Nachhaltige Entwicklung?

Photo by Peter Conlan on Unsplash

Der Weg in eine nachhaltige Gesellschaft birgt jede Menge Mühsal, Hürden und Widerstände.

Es gilt,

  • Gewalt als Mittel zur Konfliktbewältigung zu überwinden;
  • neue bzw. längst vergessene Produktions- und Verwertungsformen von Grundnahrungsmitteln sowie Energiequellen zu entwickeln bzw. wiederzuentdecken;
  • der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen Einhalt zu gebieten;
  • die Anbetung des Goldenen Kalbs Geld als Maß für Wohlstand und Ansehen zu beenden;
  • das soziale Miteinander kraftvoll zu stärken und in den Mittelpunkt von Entwicklung zu rücken;
  • überkommene Lehr-, Lern- und Ausbildungsformen zu verändern; und … und … und …
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Zeitenwende (auch) für die Bildungspolitik: der ZUKUNFTSFONDS

Auf allen Ebenen wird der Druck spürbarer und werden die Stimmen lauter & nachdrücklicher: DAS BILDUNGSSYSTEM MUSS ZUKUNFTSFÄHIG WERDEN! – Der 1-Mrd.-€-Zukunftsfonds gibt dazu die Initialzündung.

So schnell, wie es gebraucht wird, ist das staatliche Bildungssystem nicht reformierbar (trotz wunderbarer Initiativen wie Schule im Aufbruch u.a., siehe auch Blogbeitrag).

Glücklicherweise wissen aber Kitas & Schulen, Kieze & Betriebe schon längst ein großes Netzwerk an AUßERSCHULISCHEN BILDUNGSFACHLEUTEN an ihrer Seite, mit denen sie passgenau und auf vielfältige Weise die thematischen und sozialen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft angehen können.

Das umfasst nicht nur die Umweltbildung, sondern die Sensibilisierung, Wissens- und Kompetenzvermittlung in allen gesellschaftlichen Bildungsbereichen, einschließlich der Demokratieförderung, der Gesundheitsbildung, der digitalen Didaktik, der Soziokulturellen Bildung, des Globalen Lernens und des Umgangs mit Konflikten.

Bislang funktioniert das aber nur mit angezogener Handbremse. Denn es gibt keine verlässliche und ausreichende Finanzierung dieser sogenannten Außerschulischen Bildungsarbeit für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Hier setzt die PETITION „Endlich Geld für wertvolle Arbeit“ an.

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Zurück zum gesellschaftlichen Reichtum = zurück zur (Geschlechter-)Vielfalt!

Was hemmt und hindert uns als Gesellschaft denn bloß immer wieder an der vollen Nutzung all unserer Potenziale? Was haben Klimakrise und Bildung mit dem Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu tun?

Am 18.5.22 bin ich mit einem kleinen Online-Impulsreferat eingeladen zum Auftakt der „Gesprächsreihe zur Gerechtigkeit aller Geschlechter“ (18:30-20:30 Uhr).

Die Veranstalterinnen und ich freuen uns auf vielfältigen Austausch! Habt Ihr Zeit & Lust teilzunehmen? Dann bitte bis zum 11.5.22 per Mail anmelden bei Mareike Brombacher oder unter frauenwerk@kirche-slfl.de.

[AKTUALISIERUNG 19.05.22: Die Hintergrund-Präsentation zu meinem Impulsreferat ist fürs Internet freigegeben und kann inkl. ihrer Gliederung HIER angesehen werden.]

Höchst sehens-, lesens- und anwendenswert: 3 neue Tipps für die Zukunftsbildung!

Spannende und inspirierende Infos & Materialien für Schulen und außerschulische Bildungsreferent*innen

  1. Bildungsinitiative FREI DAY mit Starterbox für Lernformat und Schulentwicklungsprozess
    (Initiative eines Netzwerks an außerschulischen Partnerorganisationen, Unterstützer*innen aus Zivilgesellschaft und Politik sowie eines wachsenden Schulnetzwerks und des Teams von Schule im Aufbruch)
    „Die Schüler*innen von heute sind die Gestalter*innen von morgen. Damit sie unsere Welt nachhaltig und gerecht gestalten können, müssen Schulen die Potenzialentfaltung von Kindern und Jugendlichen als Kernaufgabe verstehen. Unser Ansatz folgt der Auffassung, dass die Bildung von Schüler*innen durch Selbstbestimmung, Handlungsorientierung und Realitätsgebundenheit gekennzeichnet sein muss.“
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  2. Film „Alphabet – Angst oder Liebe?“ (Website inkl. Schulmaterial)
    Der Filmemacher Erwin Wagenhofer ist international bekannt und ausgezeichnet insbesondere für seine beiden aufsehenerregenden vorhergegangenen Dokumentarfilme Let’s make Money und We feed the World.
    „98% aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2%. … Mit erschreckender Deutlichkeit wird sichtbar, dass uns die Grenzen unseres Denkens von Kindheit an zu eng gesteckt wurden. Egal, welche Schule wir besucht haben, bewegen wir uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen, als es darum ging, die Menschen zu gut funktionierenden Rädchen einer arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft auszubilden. Die Lehrinhalte haben sich seither stark verändert und die Schule ist auch kein Ort des autoritären Drills mehr.“ (siehe auch Kurzbeitrag in Titel Thesen Temperamente)
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  3. Manifest Zukunft der Bildung des Education Innovation LAB, einer Initiative verschiedener Akteur*innen (Institute, Stiftungen u.a.) aus dem Bildungsbereich für eine grundlegende Transformation unserer Bildungssysteme
    „Der Moment ist gekommen, die Art und Weise, wie wir Bildung bisher umgesetzt haben, endlich neu zu denken. Davon sind wir überzeugt.
    Viele Kinder und Jugendlichen spüren, dass ihre Zukunft in Gefahr ist. Wir erleben seit der Fridays 4Future-Bewegung, wie groß ihre Sorge ist. Wir sehen an den Folgen von COVID 19, dass das Bildungssystem tief in der Krise steckt. Und es wird zunehmend deutlich, dass der Umgang mit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen eine Aufgabe ist, die sich aus der Perspektive alter Paradigmen nicht mehr bewältigen lässt.“

Kleine Nachhilfestunde für Christian Lindner

Auf den Verlust welchen „Wohlstands“ will der amtierende Bundesfinanzminister die deutsche Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vorbereiten? Hat er denn noch gar nicht gemerkt, wieviel Wohl-Stand uns allen bereits seit Jahrzehnten verloren gegangen ist – insbesondere durch die von ihm so vehement vertretene liberal-kapitalistische „Marktwirtschaft“?

Wohlstand bedeutet auch Vielfalt auf allen Ebenen
(Foto: Ellenberg´s Kartoffelvielfalt / Plantura Garden)

Eines stimmt: Unter dem zwanghaften Wirtschaftswachstumsdogma der letzten 70 Jahre ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stetig angewachsen (Statista 2022).

Wie in dem Märchen Des Kaisers neue Kleider ist den Menschen in all dieser Zeit vorgegaukelt worden, dass damit auch ihr „Wohlstand“ gestiegen sei – dabei meinte das nur, dass ihnen immer mehr Geld für immer mehr Konsumgüter aus der Tasche gezogen wurde, während gleichzeitig ein gigantischer Verarmungsprozess seinen Lauf genommen hat.

Denn der vermeintlich gewachsene Wohlstand war nur möglich auf Kosten eines stetig zunehmenden Un-Wohlstands weiter Teile der gesamten Erdbevölkerung und der Natur …

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Bildung der Zukunft heißt: endlich ganzheitlich denken!

Am 15.02.22 war die UNESCO – digital – zu Gast im Auswärtigen Amt, das zusammen mit dem BMBF und dem BMZ den UNESCO-Weltbildungsbericht 2021/22 in Deutschland vorstellte. Sein Titel: „Die Rolle nichtstaatlicher Akteure in der Bildung – Wer hat die Wahl? Wer verliert?“

Foto von Brett Jordan von Pexels

Der offizielle Titel der Präsentation mit seinen beiden Fragen hatte mich neugierig gemacht. Die Bildung der Zukunft wird schließlich schon seit einigen Jahren einvernehmlich mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bezeichnet und als nichtstaatliche freiberufliche zertifizierte Bildungspartnerin für Nachhaltige Entwicklung war ich offensichtlich angesprochen.

Allerdings befinde ich mich in einer prekären Situation. Denn meine Arbeit und die unzähliger Kolleg*innen – zumindest hier in Deutschland – wird zwar mit dem Begriff der „non-formalen, informellen Bildung“ auf staatlicher Seite in ihrer Gewichtigkeit hochgepriesen („60-70% aller menschlichen Lernprozesse im Alltag“, „begleitet einen Menschen ein Leben lang“, „entscheidender Bildungsfaktor“) – aber wertgeschätzt sowie angemessen unterstützt und bezahlt werden die Vermittler*innen dieser Bildung nicht (siehe auch Online-Petition „Endlich Geld für wertvolle Arbeit …!“ – bitte gleich unterschreiben!).

Also war ich gespannt: ► Würden der notwendige Wandel des Bildungssystems, die „anspruchsvolle Transformation“ (Ex-Bundeskanzlerin A. Merkel, 2021) im Bericht reflektiert und anschließend auf dem virtuellen Podium angemessen diskutiert werden? ► Und würden die Statements mit klaren Aufrufen an die staatlichen Stellen verbunden sein, eine dauerhafte auskömmliche Förderung der partnerschaftlichen Kooperationen aller nicht-renditeorientierten Bildungsakteur*innen zu etablieren?

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Glückwunsch, MV: „Unsere Zukunft ist jetzt!“

Ihr kennt Mecklenburg-Vorpommern (MV) bisher nur vom Durchfahren auf dem Weg zu Eurem Ostsee-Ausflug? Dann entdeckt hier ein Bundesland, in dem mutig-visionäre Menschen mit viel Wissen, Lust und Kreativität die Herausforderung „Zukunft“ bei ihren Hörnern packen.

Photo by Markus Spiske on Unsplash

„MV2030 mitdenken!“ heißt die Einladung der Landesregierung und ein breites Spektrum engagierter Menschen ist mit zukunftsträchtigen Konzepten und Ideen aus allen Bereichen der Gesellschaft dabei.

Das erste Ergebnis: „Zukunftsbilder und ein Zukunftsprogramm des MV Zukunftsrates für die Jahres 2021-2030“ – ein wichtiger inspirierender Meilenstein auf dem Weg zur „MV Zukunftsstrategie als landeseigener Nachhaltigkeitsstrategie“.

Auch der „Masterplan Bildung für Nachhaltige Entwicklung / BNE“ (Informationen zur BNE für Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen), den wir in der Landesarbeitsgruppe BNE mit rund 40 schulischen und außerschulischen Akteur*innen erarbeitet haben, wird daran mitwirken, dass die ganze Gesellschaft mitgenommen wird bei den anstehenden Veränderungen („Niemanden zurücklassen“).

Aber das Engagement im Land für eine mitweltbewusste und sozial gerechte nachhaltige Zukunft hat noch viel mehr Facetten.

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Transformation – Teil 3: das Audio „Magie des Wandels in ein Gutes Leben“

… nicht nur als Inspiration für kommende Wahlen …

Image by Gerd Altmann from Pixabay; Collage: M. Porr

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9 Monate intensive Arbeit an Inhalt und Form liegen hinter uns, dazu zahllose Kämpfe mit der Technik – jetzt ist alles fertig (HINTERGRUND und TRAILER):

Seine 4 Kapitel sind auch einzeln hörbar:

  1. Intro | Vorstellung der Gesprächspartnerinnen | Thematischer Schwerpunkt: Das Buen Vivir (16:40 Min. )
  2. Thematischer Schwerpunkt: Kapitalismus (18:47 Min.)
  3. Thematischer Schwerpunkt: Gemeinschaft (9:24 Min.)
  4. Magie des Wandels | Outro | „Vienen otros tiempos“ (16:17 Min.)

Viel Vergnügen beim Hören!

Und übrigens: Dieser Beitrag macht meine kleine Trilogie zu Transformation komplett, siehe auch Transformation – Teil 1 | Transformation – Teil 2.

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Wirkmächtig für Nachhaltigkeit: die LebensMittelPunkte

Sie sind Punkte, an denen es um Lebensmittel geht, und Orte, an denen das Leben im Mittelpunkt steht – und nun sind sie auch fester Bestandteil der neuen Berliner Ernährungsstrategie: die LebensMittelPunkte (LMP).

LMP-Willkommen
Quelle: Berlin 21 (Wiebke Koch Graphic Recording)

Dabei muss die dringend anstehende Ernährungswende beileibe nicht „von oben herab“ verordnet werden, denn sie findet schon seit vielen Jahren statt – ein wundervolles Beispiel für demokratische „Bottom-up“-Prozesse (s. auch der Artikel „Vom Reden zum Machen“).

LMP-Berlinkarte
Quelle: Berlin 21 (Visual Facilitation: Wiebke Koch)

Foodsharing, Fair-Teiler-Netzwerke, „Culinary Misfits“, urbane Landwirtschaft und (auch interkulturelle) Nachbarschaftsgärten sowie unzählige weitere zivilgesellschaftliche Initiativen rücken die Themen Nachhaltiger Konsum und Nachhaltige Ernährung immer dichter an die Kieze und ihre Bewohner*innen heran; „Unverpackt“-Läden ermöglichen an immer mehr Stellen in den Städten das Einkaufen von Lebensmitteln ohne Plastikverpackungen.

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