Mann, lass den Hammer fallen! oder: ENOUGH!GENUG! FRAUENSTREIK!

Adrienne Goehler und die Co-Initiatorinnen des Globalen Frauen*GeneralStreiks am morgigen Montag, 9.3.26, haben mit ihrem Ruf „ENOUGH!GENUG!“ Frauen* aus allen Teilen Deutschlands und weit darüber hinaus aus tiefstem Herzen gesprochen. Die Missstände und Krisen in allen gesellschaftlichen Bereichen sind so offensichtlich Ergebnisse und Auswirkungen eines Übermaßes an männlichen Hormonen, Ambitionen und Fehlentscheidungen, dass es mehr braucht als einen einzigen „Frauentag“ – es braucht den kollektiven Aufstand mit langem Atem. Als Initialzündung für eine echte Zeitenwende.

Grafik: Freepik / Collage: M. Porr für PerspektivenWechselWirkung

Sie kennen das Phänomen, das mit „Maslows Hammer“ beschrieben wird? Frei übersetzt spiegelt es folgende Beobachtung wider:

„Ein Mann, dessen einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht in jedem Problem nur einen Nagel.“

An dieses Phänomen muss ich jedesmal denken, wenn der amtierende Bundeskanzler und andere (zumeist) konservative Regierungspolitiker*innen ihre Pläne für die Lösung aktueller gesellschaftlicher Konflikte präsentieren:

Da sollen dann die hochkomplexen Zusammenhänge und Herausforderungen der heutigen Zeit UND der Zukunft mit dem Hammer „Denkmuster und Konzepte aus der Frühzeit der industriellen Revolution“ (also von vor rund 300 Jahren) bewältigt werden, nur aufgehübscht durch einen Anstrich mit dem Namen Neoliberalismus (der allerdings in der Zwischenzeit auch schon beinahe 100 Jahre alt ist). Und mit neu-altem Militarismus. Und überhaupt mit neu-alten patriarchalen Sprüchen und Verhaltensweisen.

Denn damals wie heute geht Maslows „Hammer-Phänomen“ brüderlich einher mit einer anderen Konstante: Wesentliche gesellschaftliche Entscheidungen und Absprachen werden in vorwiegend männlich* besetzten und dominierten Runden getroffen und in schweigender Kumpanei mitgetragen. Mit Verflechtungen und Auswirkungen, wie sie jeden Tag und nicht zuletzt gerade ausführlich in den veröffentlichten Epstein-Files sichtbar werden. Aber eben auch in dem Prozess Gisèle Pelicots gegen ihren früheren Ehemann und 50 weitere Sexualstraftäter.

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Es gibt immens viele Gründe dafür, dass „die Scham die Seiten wechseln muss“ (Pelicot); immens viele Gründe für ein lautstarkes ENOUGH!GENUG! | FRAUEN*STREIK und für den ersten weltweiten Schulterschluss von Frauen*.

Immens viele Gründe für ihr anschließendes gemeinsames entschlossenes Beharren auf einem anderen, global-gerechten gesellschaftlichen Miteinander – über alle inhaltlich unterschiedlichen Sichtweisen und Schwerpunkte weiblichen* Engagements hinweg!

Zum Vertiefen: Artikel-Auswahl auf diesem Blog

Kreatives Zukunftshandeln: Update aus MV

„Unsere Zukunft beginnt jetzt. Wir wollen nicht warten, bis Veränderungen ‚von oben‛ kommen – wir bringen sie selbst auf den Weg.“ – In MV ist die Initiative Zukunftshandeln in die nächste Phase gestartet, ihre zivilgesellschaftliche Kraft für die Zukunftsfähigkeit im Nordosten der Republik einzusetzen.

Gründung des IZH-Trägerkreises am 28.4.25 (Foto: Jana Wehbe / fint e.V.)

Wer sich schon mal in den Aufbau und Erhalt eines zivilgesellschaftlichen Netzwerks eingebracht hat, weiß, was für einen wichtigen Meilenstein das Treffen am 28.4.25 in Rostock gesetzt hat:

10 Aktive (8 in Präsenz, 2 online dazugeschaltet) aus der Initiative Zukunftshandeln (IZH) MV haben mit der Konstituierung eines Trägerkreises den Startschuss für eine transparente verbindlichere und strukturiertere Arbeit des Netzwerks gegeben.

Wer sich in die IZH einbringen möchte, findet in diesem Netzwerk Gleichgesinnte, Raum für Ideen und konkrete Projekte mit Wirkung. Bereits jetzt bringt die Initiative starke Vorhaben zusammen: darunter …

„Kreatives Zukunftshandeln: Update aus MV“ weiterlesen

„Was geht, MV? – Demokratie jenseits von Wahlen“

(Quelle: Initiative Zukunftshandeln MV) Es ist Wahlkampf. Landauf, landab werden die Bürgerinnen und Bürger von Parteien umworben, ihre Stimme „richtig“ abzugeben. Und danach? Wie kann ich mich zwischen und außerhalb von Wahlen politisch engagieren? Wie kommen wir ins Gespräch, wie mache ich mich schlau, wie entscheide ich mit?

Abstimmung einer Landsgemeinde im Schweizer Kanton Glarus, 2006 –
eine Form der direkten Demokratie / von Adrian Sulc, CC BY-SA 3.0, Link

Mit der Veranstaltungsreihe „Was geht?“ laden Mehr Demokratie e. V. Mecklenburg-Vorpommern, die Initiative Zukunftshandeln MV und und Transparency International Deutschland (Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern) ein, gemeinsam Antworten zu finden und zu schauen, was in Mecklenburg-Vorpommern möglich ist und was bereits passiert.

An drei Donnerstagen vor der Bundestagswahl stellen Expertinnen und Experten aus der Praxis ihre Beispiele vor – unter anderem von Transparency International, aus der Stadt Neubrandenburg, von der Initiative Zukunftshandeln und dem Bürgerbegehren Freifahrt.jetzt.Schwerin.
 
Anschließend tauschen wir uns jeweils aus und diskutieren: Wo liegen geeignete Hebel? Wie kann man Dialoge gestalten?

Die Veranstaltungen finden alle online via Zoom statt. Mit der Anmeldung erhalten Sie vor jeder Veranstaltung den passenden Link.

6. Februar | 19 – 20.30 Uhr
Ratsinfos, Fragestunden, Online-Beteiligung: So mache ich mich schlau

Mitmischen kann früh scheitern, wenn wir nicht wissen, was geht und was der Stand der Dinge bei einem Thema ist. Ohne wichtige Informationen ist gute Mitbestimmung nicht möglich. Aber wie mache ich mich schlau? Wo finde ich Informationen und wer erteilt Auskunft? Darum geht es in Veranstaltung Nr. 1.

13. Februar | 19 – 20.30 Uhr
Mitentscheiden: Mit Bürgerräten und Bürgerbegehren

Bürgerräte erfreuen sich wachsender Beliebtheit und kommen immer öfter zur Anwendung. Wie funktionieren sie, was können sie und wo liegen Grenzen? Und was ist der genaue Unterschied zu den Bürgerbegehren, die als „schärfstes Schwert in der Hand der Bürger:innen“ bezeichnet werden? Darüber informieren und diskutieren wir in Veranstaltung Nr. 2.

20. Februar | 19 – 20.30 Uhr
Mehr als Bürgersprechstunde: So kommen wir ins Gespräch

„Die da im Rathaus“, „Die da oben“, „Mich fragt ja keiner“ – manchmal erscheint das Rathaus als weit entfernter Ort mit hohen Mauern. Dabei gehört es ja uns Bürgerinnen und Bürgern, ist quasi unsere gute Stube. Wie kommen Bürgermeister mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch? Und wie kommen wir auch untereinander gut ins Gespräch? Wie sehen kreative Ansätze aus? Dazu teilen wir Best-Practice-Erfahrungen in Veranstaltung Nr. 3.

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“, dem Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern und der Ostseeküstenallianz.